Die Menschen hinter ORA Schweiz: Margret Stoll im Interview

Margret Stoll wie sie leibt und lebt: Rechts im Bild in Moldawien beim Verteilen der "Weihnachtspäckli"

Margret Stoll wie sie leibt und lebt: Rechts im Bild in Moldawien beim Verteilen der "Weihnachtspäckli"

Margret Stoll ist der Stein in der Brandung. Ein quirliger, liebevoller Mensch mit dem Herz am richtigen Fleck. Geboren 1954 in Studen half sie Ende 2005 zum ersten Mal anlässlich der “Päckliaktion” bei ORA.

Heute ist sie Vorstandsmitglied bei ORA und betreibt mit ihrer Familie nebenberuflich den Verein „ungerwägs“: das sind ehrenamtlich zig hunderte Stunden im Jahr.

Margret Stoll im Interview: Frau Stoll, Sie stehen eng mit ORA in Kontakt, organisieren Hilfsgütertransporte und engagieren sich seit 2007 mit Ihrem Verein „ungerwägs“. Was hat den Ausschlag für dieses Engagement gegeben?

Oft verunmöglichen soziale Probleme und Integrationsschwierigkeiten manchen Kindern, einfach „Kind“ zu sein. Wir gehen aktiv auf Kinder und junge Menschen zu; draussen auf der Strasse, auf Spielplätzen etc.

Mit dem Verein „ungerwägs“ konnten wir einen Begegnungsraum schaffen und im Laufe der Zeit rund 550 Kinder erreichen. Ziel und Zweck des Vereins ist es, christliche Werte zu vermitteln und die Funktion und Wichtigkeit der Gemeinschaft aufzuzeigen. Gemeinsam macht’s einfach mehr Spass!

Als kleines Beispiel haben sich an unserer Weihnachtspäckliaktion im 2009 rund 100 Kinder engagiert. Sie haben Pakete gepackt, sortiert und gesammelt. So wurde unsere Aktion ein Erfolg: über 600 moldawische Kinder konnten an Weihnachten ein Päckli auspacken.

Margret Stoll 2008 in Moldawien anlässlich eines Hilfstransports in einem Moment der Entspannung

Margret Stoll 2008 in Moldawien anlässlich eines Hilfstransports in einem Moment der Entspannung

Sie haben selber eine Familie, sind Lehrerin, Sozialmanagerin und Hausfrau. Wie geht das alles?

Ich bin einfach immer dran. Arbeit begleitet mich überall hin und gehört zu meinem Leben. Gehe ich privat einkaufen, denke ich auch an die Einkaufslisten für ORA und “ungerwägs”. Wie der Name des Vereins bereits sagt: „ungerwägs“. Und das bin auch ich gerne.

Meine Kinder sind bereits erwachsen. Ursula, unsere Tochter, ist im Vorstand von „ungerwägs“ tätig. Der Sohn, Bernhard, unterstützt uns persönlich in all unseren Tätigkeiten. Mein Mann Peter ist ebenfalls mit Leib und Seele dabei: Er würde am liebsten nur noch hierfür „chrampfen“. Wir sind gerne „ungerwägs“.

Welche Unterstützung können Sie für die Hilfsgütertransporte nach Moldawien gebrauchen?

Beim Material ist es schwierig, Spender für die grossen Güter wie Rollstühle, Abfallautos, Klapptische für den Speisesaal usw. zu finden. Hier sind wir für jeden Hinweis dankbar. Zudem sind wir immer auf der Suche nach Freiwilligen für die Mithilfe in der Sammelstelle und dem Beladen des Lastwagens.

Wie oft führen Sie Hilfsgüter-Transporte nach Moldawien durch und wie aufwändig ist deren Vorbereitung und Durchführung? Was sind die heiklen Punkte bei den Transporten?

Wir fahren rund drei bis vier Mal pro Jahr nach Moldawien. Heikel sind vor allem die Bewilligungen und der reibungslose Ablauf am Zoll. Als wir einmal im Lastwagen in Moldawien übernachteten, mussten wir am nächsten Morgen feststellen, dass uns jemand den Diesel aus dem Tank gepumpt hat. Aber das gehört dazu à la ‘weisch no?’. Prekär sind im Winter ungeräumte, schneebedeckte Strassen mit 15 Tonnen Material im Lastwagenzug…

Gibt es ein herausragendes oder besonders erwähnenswertes Erlebnis, welches Sie im Zuge Ihrer Arbeit erlebt haben?

Da gibt es viele. Gerade beim Projekt „Kinderexpress“ wenn wir gemeinsam Momente voller Unbeschwertheit verbringen, wenn wir gemeinsam Lachen. Und das gilt nicht nur für Kinder, sondern auch, wenn Erwachsene unbeschwert miteinander Zeit verbringen.

Diese Momente finden nicht nur in Moldawien statt, sondern auch im Alltag, also auch hier in der Schweiz. In den Ferien waren wir mit 90 Jugendlichen in Prêles oberhalb La Neuville in zwei Sommercamps. Das alljährlich grosse Interesse freut mich sehr.

Margret und Peter Stoll 2009 in Moldawien in einer Höhle. Ganz privat!

Margret und Peter Stoll 2009 in Moldawien in einer Höhle. Ganz privat!

Ihre nächsten Projekte?

Im August führen wir mit dem Kinderexpress (Expresul copiilor Helvetia – Moldova) in verschiedenen Dörfern Moldawiens Sommerfeste für Kinder durch, welche von ORA mitfinanziert werden. Am 28. August startet dann die „Oase“, ein Second-Hand-Lädeli, in Oberwangen bei Bern. Und im Oktober steht schliesslich der nächste Hilfsgütertransport nach Moldawien an.

Wie sind Sie auf die Idee mit der „Oase“ gekommen und welche Güter benötigen Sie für das Second-Hand-Lädeli?

Immer wieder erhalten wir schönes und gut erhaltenes Material, welches wir für Moldawien nicht verwenden können, etwa Spielzeug mit Batterien, deutsche Kinderbücher etc. In der „Oase“ können wir diese verkaufen. Der Erlös finanziert unsere Projekte und Hilfstransporte. Material und Manpower sind also herzlich willkommen!

Was passiert mit dem Erlös aus der Oase? Für welche Projekte wird dieser eingesetzt?

Mit dem Ertrag wird die Ladenmiete bezahlt. Was darüber ist, hilft mit die Hilfsgütertransporte und weitere Hilfsprojekte in Moldawien und der Schweiz finanziell zu unterstützen.

Die Patenschaftsverantwortliche Veronica mit Margret und Peter Stoll im Büro in Moldawien

Die Patenschaftsverantwortliche Veronica mit Margret und Peter Stoll im Büro in Moldawien

Welche Motivation treibt Sie an, schier unermüdlich zu helfen und für andere da zu sein?

Notleidende zu unterstützen und die Augen nicht davor zu verschliessen. Auch, dass der Glaube des Christentums weiter verbreitet wird. Dies soll selbstverständlich losgelöst von Hilfeleistungen geschehen. Jeder notleidende Mensch hat Hilfe zugut, dafür muss er nicht Christ sein oder werden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Das ich noch lange mit Freuden helfen darf! Und, dass «ungerwägs» eine Begegnungs-Plattform und Möglichkeit für Projekte und Ideen wird. Wir sind offen für Vorschläge, für helfende Hände, Ideen. Und fürs Gespräch und die Begegnung sowieso.

> Interessierte melden sich bitte unter 031 982 01 02.
> Weitere Infos unter www.ora-international.ch.

 

1. Frau Stoll, Sie stehen eng mit ORA in Kontakt, organisieren Hilfsgütertransporte und engagieren sich seit 2007 mit Ihrem Verein „ungerwägs“. Was hat den Ausschlag für dieses Engagement gegeben?

Oft verunmöglichen soziale Probleme und Integrationsschwierigkeiten manchen Kindern, einfach „Kind“ zu sein. Wir gehen aktiv auf Kinder und junge Menschen zu; draussen auf der Strasse, auf Spielplätzen etc. Mit dem Verein „ungerwägs“ konnten wir einen Begegnungsraum schaffen und im Laufe der Zeit rund 550 Kinder erreichen. Ziel und Zweck des Vereins ist es, christliche Werte zu vermitteln und die Funktion und Wichtigkeit der Gemeinschaft aufzuzeigen. Gemeinsam macht’s einfach mehr Spass!

Als kleines Beispiel haben sich an unserer Weihnachtspäkliaktion im 2009 rund 100 Kinder engagiert. Sie haben Pakete gepackt, sortiert und gesammelt. So wurde unsere Aktion ein Erfolg: über 600 moldawische Kinder konnten an Weihnachten ein Päkli auspacken.

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